Geos Geilfuß zeigt breite Produktpalette mit eigener Handschrift

Quelle: Auszug aus BTH-Heimtex 7-8/2018

„Wir sind nicht die Größten am Markt, aber leistungsstark“, sagt Katharina Geilfuß über den Textilverlag Geos Geilfuß. Mit einer produktübergreifenden Großhandelsstruktur im Hintergrund, bietet das Unternehmen seinen Kunden Stoffe, Sonnenschutz und Zubehör aus einer Hand.

Katharina GeilfußMit Katharina Geilfuß steht bei Geos Geilfuß die dritte Generation mit auf der Brücke. Gemeinsam mit ihrem Vater Karl-Wilhelm Geilfuß führt sie seit 2015 das 1931 gegründete Familienunternehmen durch die Berg- und Talfahrten der Branche. Geos – der Name übrigens eine Kombination aus dem Familiennamen und Osnabrück – war ursprünglich ein Großhandel, doch hat sich die Firma in den vergangenen Jahren als Textilverlag inklusive innen- und außenliegendem Sonnenschutz positioniert. Es sei ein schwieriger Schritt gewesen, vom
Großhandelsimage wegzukommen. „Heute kaufen und verkaufen wir nicht nur, sondern gestalten auch selbst und sorgen mit eigenen Designs für eine eigene Handschrift“, erklärt Katharina
Geilfuß.

Dazu kommt ein breites Angebot an Zubehör, das die Zusammenarbeit mit Geos interessant machen soll. „Der Kunde braucht nur einen Lieferanten und hat Zugang zu vielen Produktgruppen“, erklärt Katharina Geilfuß. Neben den eigendesignten Stoffkollektionen gehört umfassendes Polster- und Gardinenzubehör zum Sortiment, von Polyesterwatte über Schaumstoffe, von Kleinteilen bis hin zu Gardinenstangen. „Wir haben hier im Haus den Anspruch, den Kunden bestmöglich zu bedienen“, so Katharina Geilfuß. Wenn es irgendetwas nicht gibt, habe Geos durch sein Spektrum an Lieferanten eventuell die Möglichkeiten, Alternativen zu bieten, die nicht direkt zum eigenen Programm gehören.

Mit einem Jahresumsatz von rund 10 Mio. EUR gehöre das Unternehmen zwar nicht zu den Größten im Markt, so Geilfuß. Jedoch entstünden dadurch auch kürzere Wege und der direkte Kontakt zu persönlichen Ansprechpartnern. „Das ist unser Pluspunkt.“

Der Textilverlag arbeitet bundesweit mit rund 3.000 Raumausstattern und Fachmärkten zusammen. Doch auch ins EU-Ausland gibt es gute Kontakte, die weiter ausgebaut werden sollen.

Das Produktsortiment der Osnabrücker umfasst vor allem Stoffe: Möbelstoffe, Gardinenstoffe, Dekostoffe, funktionale Stoffe für den Sicht-, Sonnen- oder Schallschutz. Dazu kommt innen- und außenliegender Sonnenschutz sowie das Angebot an Polsterzubehör. Und vor zwei Jahren brachte Geos eine Kollektion mit Teppichen auf Maß heraus, die jetzt erweitert werden soll. „Ursprünglich hatten wir viel Boden im Angebot – in den 1980er Jahren sogar auch Orientteppiche“, erzählt die Geschäftsführerin. „Das haben wir dann gegen den Sonnenschutz ausgetauscht und sind sehr froh über diese Entscheidung.“ Dieses Sortiment sei bei Geos ungebremst wachsend und auch wenn jetzt wieder etwas Teppich angeboten wird: „In den Boden wollen wir nicht mehr zurück.“

Harter Verdränungswettbewerb

Das Thema Musterkosten beschäftige das Unternehmen fortwährend, so Katharina Geilfuß. Auch immer wieder zu vernehmende Praktiken wie das kostenlose Zurverfügungstellen von Musterbügeln müssen im Blick behalten werden und seien Ausdruck des harten Verdrängungswettbewerbes in der Branche. Doch für Geos sei das kein Weg: „Wir subventionieren die Bügel natürlich und versuchen, attraktive Angebote zu machen – aber frei verteilen können wir sie nicht.“

Die Konkurrenzsituation im Markt ist hart, die Raumausstatter sind voll mit Ware und haben zahlreiche Lieferanten zur Auswahl. Es gehe folglich erst einmal darum, seine Bügel zu platzieren, so Geilfuß.

VerkaufsstudioAuslaufende Musterbügel müssen wiederum entsorgt werden. Deswegen sei es wichtig, dass für Produkte eine lange Laufzeit garantiert wird, damit sich diese Investitionen amortisieren können. Musterkosten seien schließlich für die Textilverlage und die Raumausstatter gleichermaßen gravierende Faktoren. Deshalb bestehe – trotz jährlicher Neuvorstellungen – großes Interesse an langfristigen Beziehungen zu den eigenen Lieferanten.

Dem harten Wettbewerb versuche Geos, durch guten und persönlichen Service zu begegnen: „Wir wollen durch unsere lösungsorientierte Flexibilität punkten.“ Bei gutem Service seien Rabatte im Endeffekt eben doch nicht alles. „Den Dienst am Kunden schreiben wir groß – wir wollen nicht nur schnell und pünktlich liefern, sondern sorgen auch für die Präsentation unserer Kollektionen im Couponständer, in Freihanddekorationen oder genähten Musterfenstern am PoS“, erklärt Katharina Geilfuß den Umgang mit den Kunden. Die angebotene Ringtauschfenster – einmal jährlich neu gestaltet – würden gut nachgefragt. Außerdem können mit dem angebotenen Nähservice alle Artikel aus den Geos-Kollektionen zu individuellen Fensterdekorationen verarbeitet werden. „Kurze Lieferzeiten, hohe Lieferbereitschaft und der kontinuierliche Lagerbestand sind unsere Stärke.“ Bestellungen bis 14 Uhr gehen in der Regel am selben Tag zum Versand.

Lieferanten aus Europa

Geos bezieht seine Stoffe hauptsächlich aus Europa. Das Designteam – integriert in den Einkauf – bespricht seine Ideen mit den Lieferanten und sorgt dafür, dass sich am Ende des Entwicklungsprozesses dann individuelle Geos-Artikel an den Musterbügeln finden. „An Farbe, Form, Größe des Rapports etc. werden so lange Veränderungen vorgenommen, bis wir denken, dass es passt“, erklärt die Geschäftsführerin.

Gemustert wird dann zusammen mit dem versammelten Außendienst. „Wir zeigen die Vorauswahl, setzen uns dann drei Tage in Klausur und mustern. Da wird schon viel diskutiert, wenn Süddeutschland auf Norddeutschland trifft und sich alle in der Kollektion wiederfinden wollen“, beschreibt Katharina Geilfuß das Vorgehen. Mitunter seien Kompromisse notwendig, doch am Ende stünde immer ein gutes Ergebnis mit aussagekräftigen Musterbügeln für den Fachhandel.

Präsentation zeigt so viel Stoff wie möglich

Die ausgewählten Produkte werden klassisch präsentiert, an Musterbügeln oder in Büchern. „Bei Musterbügeln legen wir Wert drauf, dass wir so viel Stoff wie möglich zeigen: Wir präsentieren immer die ganze Breite“, beschreibt Katharina Geilfuß das Vorgehen. Bei Geos herrscht die Überzeugung, dass es eine gewisse Menge braucht, um sich die Gardine vorstellen zu können. „Deshalb haben wir auch Fotos von fertigen Gardinen am Bügel, um das Ganze zu präsentieren.“ Auch digital stehen die Artikel zur Ansicht.

Zur Geos-Preisklasse sagt die 33-Jährige: „Die konsumige Preisschiene ist unser Kerngeschäft, auch wenn es mal etwas nach unten oder nach oben geht.“ Dekostoffe gibt es bei Geos um 30 bis 50 EUR, Polsterstoffe liegen bei rund 50 EUR. Mit Geos Plus werden Stoffe mit Sonderfunktion zusätzlich gekennzeichnet. „So sieht der Raumausstatter auf einen Blick, was der Stoff zusätzlich kann: Schwerentflammbarkeit, Fleckschutz etc.“

Rund 15.000 unterschiedliche Positionen stehen am Unternehmenssitz im Osnabrücker Gewerbegebiet Fledder auf einer Lagerfläche von ca. 6.000 m2 bereit. Jährlich gibt es 30 bis 50 Neuheiten in Form von Deko- und Gardinenschals mit etwa 750 Positionen. Innerhalb des Jahres fließen bis zu fünf Möbelstoffmusterbücher in den Markt. Der Zubehörkatalog wird ständig mit Neuheiten ergänzt.

Objektbereich wächst

„Im Bereich Gardinen waren und sind wir stark“, berichtet Katharina Geilfuß. „Deko tut sich schwer im Markt. Auch der Möbelstoff hat zu kämpfen – immer wichtiger wird auch hier die Funktion des Stoffes. Aber in dem Bereich halten wir unser Niveau und wollen das Angebot weiter ausbauen.“

Breite Produktpalette - SichttischAuch der gut laufende Sonnenschutz (innen- und außenliegend) befinde sich im harten Wettbewerb, weil sich viele Raumausstatter auf einen Lieferanten konzentrierten. „Das ist ein sehr technisches Thema. Doch wir konnten uns in den letzen Jahren als Hauptlieferant bei vielen Kunden aufstellen – auch, weil wir die gesamte Breite anbieten können, ob Rollo, Paneel, Vertikal, usw.“

Präsentation GroßhandelsexpertiseBislang sei der Hauptanteil der Verbraucher, die von den belieferten Raumaustattern betreut werden, eher im privaten Bereich zu finden. „Aber wir merken auch hier, dass das Objektgeschäft zunimmt“, so die Unternehmerin. Deswegen sollen zukünftig mehr Objektstoffe in die Kollektionen eingebracht werden. „Im nächsten Jahr wollen wir unsere Kompetenzbügel erweitern: Die Stoffe können mehr als gut aussehen, sind beispielsweise schwer entflammbar, haben Akustik-, Dimout- und Blackout-Funktionen.“